07 März 2014 ~ 1 Kommentar

Angeklickt: Das Gutscheinrausch Netzwerk, ein Affiliateprogramm für Gutscheine

Aufgrund eines früheren Artikels von mir, wie man einen eigenen Gutscheinblog startet bzw. dabei vorgehen muss, wurde mir nahegelegt, mir doch mal das Gutscheinrausch Netzwerk anzusehen. Genau dies habe ich inzwischen getan. Gutscheinrausch selbst ist zwar zunächst eine Gutscheinseite, wie es inzwischen recht viele davon gibt. Doch die Jungs haben im Hintergrund noch etwas deutlich originelleres aufgebaut, das uns hier viel eher interessiert, nämlich das “Gutscheinrausch Netzwerk”. Im Prinzip verbirgt sich dahinter ein Affiliatenetzwerk, das sich aber nur dem Thema Gutscheine widmet. Es soll vorallem Bloggern und Webseitenbetreibern die Möglichkeit geben, ohne großen Aufwand für Administration und vorallem Aktualität (dazu kommen wir gleich) verschiedene Gutscheincodes in die eigene Website zu integrieren. Denn ich muss zugeben, mein eigener Gutscheinblog ging damals vorallem daran zugrunde, dass ich als Einzelperson einfach kaum die Zeit hatte, die ganzen Codes auch noch ständig aktuell zu halten. Irgendwann verliert man völlig den Überblick und letztlich dann auch mal die Lust. Außerdem muss man sich auf dem klassischen Wege über die großen Affiliatenetzwerke auch für jedes einzelne Partnerprogramm bewerben und wird erst nach Sichtung der eigenen Seite freigeschaltet – oder eben auch nicht. Bei 100 Shops sind dies 100 Bewerbungen, bei 200… und so weiter. Genau hier möchte Gutscheinrausch ansetzen, indem sich der User nach bestimmten Kriterien eigene Widgets und Gutscheinboxen zusammenklicken und in die eigene Seite einbauen kann – um die Codes selbst kümmert sich Gutscheinrausch und eben auch, dass jene immer aktuell und gültig sind. Man kann dabei, eigenen Angaben zufolge, direkt gleich auf 5000 verschiedene Onlineshops zurückgreifen.

Die Idee selbst finde ich so simpel wie auch genial und frage mich ernsthaft, warum es sowas vor Jahren nicht schon gab. Der Anmeldeprozess ist in wenigen Minuten erledigt, eine Prüfung der eigenen Seite gibt es nicht, man wird also direkt freigeschaltet und kann sich einloggen. Das Interface ist sehr aufgeräumt und bietet eben das Nötigste, so hat man – neben Statistiken zu den eigenen Einkünften – eigentlich nur zwei grundsätzliche Möglichkeiten: Entweder man erstellt sich ein Gutscheinwidget oder einen Deeplink. Aber der Reihe nach.

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Gutschein-Widgets

Die Widgets sind im Prinzip kleine Boxen, die Gutscheine enthalten. Man kann entweder einfach eine fertige Box wie “beliebte Gutscheine” oder “Gutscheine der Woche” nehmen oder auch selbst einen bestimmten Shop wählen, zu dem dann Gutscheincodes erscheinen. Letztlich ist es nur Klick & Play, man wählt noch die gewünschte Größe des Werbemittels aus und dann ist der fertige Code auch schon bereit für Copy & Paste. Ziemlich schön finde ich übrigens das Verhalten der einzelnen Widgets, wenn ein Besucher meiner Seite darauf klickt: Es erscheint ein kleines Fensterchen mit dem Code selbst, gleichzeitig wird im Browser auch schon der entsprechende Onlineshop geöffnet. Eben so, wie heutige Gutscheinseiten das praktizieren. Der Besucher bekommt den Code also erst nach einem Klick zu sehen, der ja bereits ein Cookie hinterlegt. Leider habe ich keine Infos zu den Cookielaufzeiten finden können und gehe einfach mal davon aus, dass die meist üblichen 30 Tage auch hier gelten. Da mich das auch mal interessieren würde, werde ich den Betreiber hierzu demnächst anschreiben und nachfragen. Wenn ich etwas herausfinde, update ich an dieser Stelle.

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Deeplink-Generator

Der Deeplink-Generator macht das Ganze genau genommen schon wieder zu einer Art Meta-Affiliatenetzwerk. Man gibt hier beispielweise die URL zu einem Shop – oder direkt zu einem bestimmten Produkt – ein und bekommt eine Kurz-URL ausgespuckt, die nichts anderes als ein Reflink ist. Sofern also ein Partnerprogramm zu der URL existiert, erhält man Provisionen, wenn jemand über den Reflink etwas kauft. Schön: Wenn kein Affiliateprogramm zum eingegebenen Link existiert, bekommt man dies auch angezeigt. Die Deeplinkgeschichte selbst hat also an sich nichts mit Gutscheinen zu tun, sondern ist dafür gedacht, direkt Produkte zu empfehlen, für die man natürlich eine Provision erhalten möchte 😉

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Tja, das Grundprinzip wäre damit bereits schon abgehandelt. Es ist also keine große Zauberei, man erstellt entweder Gutschein-Widgets oder direkte Deeplinks.

Was verdient man?

Das ist so ein Punkt, den man meiner Meinung nach noch etwas transparenter kommunizieren muss seitens Gutscheinrausch. Dass ich mir die Provisionen mit dem Netzwerkanbieter wohl teilen muss, das ist mir ja direkt auch klar, sonst würde man diesen Service nicht anbieten. Doch erst ein Blick in die FAQ bringt zu Tage, dass das Verhältnis hier 60:40 beträgt, d.h. ich als Blogger bekomme 60% der Provision, das Netzwerk 40%, man nennt dies übrigens “Revshare”, was wohl für Revenue Sharing steht. Ich denke, das ist ein Hinweis, den man auch etwas prominenter im Interface anbringen könnte. Ebenso fände ich es ganz nett, wenn diese Verteilung nicht ganz festgenagelt wäre, so dass besonders fleißige Affiliates sich einen etwas größeren Provisionsanteil erarbeiten könnten. Vielleicht findet mein Vorschlag ja einmal Gehör, wer weiß.

Aber so ganz ausgemeckert habe ich damit noch nicht: Leider erhält man keine Infos darüber, wie hoch die Provisionen für die einzelnen Onlineshops bzw. Reflinks überhaupt sind. Zumindest, sofern ich nicht etwas Grundsätzliches übersehen habe. Das ist zwar zu verschmerzen, weil sich die meisten Shops hier wenig geben (zwischen 2% und 5% dürften die Regel sein auf den Nettowarenkorb), aber dennoch ein wenig schade. Das Modell ist klar: Jemand klickt auf den Gutscheincode, Gutscheinrausch leitet intern über eines der großen Netzwerke weiter und erhält bei einem Kauf die Provision, welche später 60:40 mit mir geteilt wird. Doch der Betrag, den Gutscheinrausch erhält, ist für mich als Teilnehmer am Netzwerk zunächst nicht ersichtlich. Man muss sich also wohl überraschen lassen.

Laut FAQ wird übrigens ab einem Kontostand von 20 Euro ausgezahlt.

Für wen eignet sich sowas?

Diese Frage scheint mir recht einfach erklärt zu sein: Man visiert vorallem Blogger und Webseitenbetreiber an, die sich um den “Affiliate Kram” nicht großartig kümmern möchten. Diese können zu entsprechenden Blogbeiträgen oder passenden Seiten ihrer Homepage automatisch immer aktuell gepflegte Gutscheincodes einfügen, müssen sich keine weiteren Gedanken mehr darüber machen und können diese damit recht simpel monetarisieren. Professionelle Gewerbetreibende und Firmen, erst recht mit eigenem dedizierten Gutscheinblog, werden sich sehr wahrscheinlich lieber den Mehraufwand machen und den direkten Einstieg über die großen Affiliatenetzwerke wählen, wo sie sich allerdings für jedes einzelne Partnerprogramm (also die einzelnen Shops) separat bewerben und freischalten lassen müssen, um die volle Provisionshöhe für sich zu haben. Diese Hürde wird dem “gemeinen Blogger” hier definitiv sehr komfortabel genommen. Die Widgets tragen im übrigen auch ein kleines Gutscheinrausch-Branding. Ich fände es eigentlich ganz nett, wenn man dieses auf Wunsch entfernen lassen könnte. Auch hierzu werde ich mal nachhaken.

Apropos professionelle Gewerbetreibende: Man bietet eine API für die Gutscheindaten an, Bedingung dafür ist allerdings eine Website mit mindestens 10.000 Besuchern pro Monat und ein wenig technisches Verständnis. Womöglich ist das genau der Punkt, an dem sich meine Kritik schon wieder etwas relativiert. Grundsätzlich werden auch Sub-IDs unterstützt, so dass man das Tracking bei Bedarf auch etwas individueller gestalten kann.

Fazit

Grundsätzlich finde ich die Idee hinter der Sache ja sowieso toll, das habe ich aber wohl bereits deutlich gemacht. Das Gutscheinbusiness ist längst ein hart umkämpftes Pflaster im Affiliatebereich, da picken sich so manche Webseitenbetreiber gegenseitig quasi die Augen aus. Ich selbst habe es vor vielen Jahren auch probiert und bin am Aufwand dahinter gescheitert, der für eine Einzelperson fast schon zum Fulltimejob wird. Eine Lösung wie das Gutscheinrausch Netzwerk ist daher ein interessanter Ansatz, wie man als Blogger oder Webmaster dennoch davon profitieren kann, natürlich für den Preis einer geringeren Provision als auf dem klassischen Wege. Für letzteren allerdings braucht es in diesem Bereich heutzutage ohnehin zu viel Manpower, als ein Einzelner effizient aufbringen könnte. Daher fällt mein Eindruck insgesamt positiv aus. Wer weiß, vielleicht würde auch mein alter Gutscheinblog heute noch leben, hätte es diese Lösung damals schon gegeben 🙂

Plus

  • Einfache Einrichtung
  • Immer aktuelle Gutscheine ohne eigenen Rechercheaufwand
  • Direkt 5000 Shops ohne separate Anmeldung nutzbar
  • Gutschein API für größere Projekte verfügbar

Minus

  • Feste 60:40 Verteilung
  • Keine Infos vorab über tatsächliche Provisionshöhe
  • Branding der Widgets

 

greg

Blogger bei kleingebloggt
Servus! Mein Name ist Michael Gregor, ich bin E-Commerce Student an der FHWS, Blogger, Webworker und schon IT-Geek seit ich 1994 meinen ersten 386er hatte 🙂

Ein Kommentar zu “Angeklickt: Das Gutscheinrausch Netzwerk, ein Affiliateprogramm für Gutscheine”

  1. Johannes 8 März 2014 at 13:14 Permalink

    Hier schreibt Johannes von Gutscheinrausch:
    Danke erstmal für die Veröffentlichung des super Reviews. Zu einigen Punkten möchte ich gerne ein kurzes Feedback abgeben. Ansonsten erreicht man mich auch unter jl@llg-media.de, einfach melden, ich freue mich über jedes Feedback 🙂

    – Zu den Cookie-Laufzeiten:
    Wir benutzen das Tracking der jeweiligen Affiliate-Netzwerke und Onlineshops. Das heißt wir selber setzen gar keine Cookies – das machen Otto, Tom Tailor, Conrad etc… Wielange die Cookies gültig sind hängt somit vom jeweiligen Partnerprogramm ab und variiert immer sehr stark. Manche Shops speichern den Cookie zwei Monate lang, manche Shops nur solange, bis das Browserfenster geschlossen wird. Wir können deshalb leider keine pauschale Angabe treffen.

    – Zu den jeweiligen Programmvergütungen:
    Die Vergütungen sind entweder pauschal (5€ pro Bestellung, 4€ für einen Neukunden) oder prozentual (5% von einer Bestellung). Was schlussendlich gezahlt wird hängt auch immer vom jeweiligen Shop ab, sowie ganz oft auch von dem Produkt selbst, das ein User gekauft hat. Leider haben Gutschein-Publisher oft spezielle Provisionsstaffeln, die auch von den im Affiliate-Netzwerk angegebenen Werten abweichen. Somit können wir leider auch keine allgemeine Aussage über den Wert eines Sales geben.
    Bei konkreten Rückfragen können wir natürlich mit Erfahrungswerten antworten (“Bisher hat der Shop im Schnitt X,XX€ pro Sale gezahlt”), das ist aber auch keine Garantie für zukünftige Provisionen.

    – Zum Rev-Share:
    60:40 ist unser Standard-Share, der natürlich bei entsprechenden Umsätzen verhandelbar ist 🙂

    – Zum Branding:
    Wir haben über 5.000 Onlineshops in unserer Datenbank und stehen mit zahlreichen Händlern und Netzwerken in Kontakt, um stets aktuelle Daten bereit zu halten. Falls es aber doch mal Probleme mit der Bewerbung auf einer Seite gibt ist es für uns wichtig, dass der Händler bei uns direkt einen Ansprechpartner findet, an den er sich wenden kann. Deshalb müssen die Widgets schon gebrandet sein.


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