04 Februar 2014 ~ 3 Kommentare

Esprit, Tom Tailor, s.Oliver und die Newsletter – alles doch irgendwie gleich?

Ich shoppe ja am liebsten online, was auch Klamotten nicht ausnimmt. Esprit, S.Oliver, Tom Tailor, nur um mal die üblichen Verdächtigen zu nennen. Gemeinsam ist den Dreien ja sowieso schon – zumindest aus meiner Wahrnehmung als aufmerksamer Kunde und E-Commerce-Wicht – dass sie alle ungefähr die gleiche Zielgruppe mit ungefähr den gleichen Klamotten zu ungefähr den gleichen Preisen ansprechen. Natürlich mit Nuancen: So hat mir ein Affiliatemanager von Esprit vor ein paar Jahren indirekt zu verstehen gegeben, dass man sich ja scheinbar für „etwas Besseres“ hält. Nur kurz: man hatte strikt abgelehnt, dass ich die Marke in einem Blog bewerbe, wo es ums Thema „Studentenrabatte“ und sonstige Angebote für Studenten ging. In so einem Umfeld mit Rabatten und Schnäppchen mochte Esprit nicht genannt werden. Klar, ist ja auch nicht so, dass Studenten eine mega Zielgruppe für das Unternehmen wären. Wir machen sicher nur das Image der Marke kaputt… ähem. Stattdessen wirbt man nun bei mydealz (!). Hust. Wie auch immer. Tom-Tailor beispielsweise hat dagegen aus meiner Sicht tendenziell die etwas besseren, d.h. niedrigeren, Sale-Preise, dafür vielleicht manchmal etwas „langweiligere“ Designs (wieder meine subjektive Einschätzung) als z.B. Esprit. Aber im Großen und Ganzen geben sie sich alle nicht viel und haben allesamt immer wieder was Nettes im Angebot, wie ich finde. So insgesamt jedenfalls schienen alle eine gewisse Redundanz zu haben.

Und wie sehr ich damit wohl wirklich recht habe, zeigt sich, wenn man die Newsletter der drei abonniert hat. In meiner Inbox sieht es gerade so aus:

Sale! Die besten bla     S.Oliver      09:07 Uhr
Sale Highlight bla       Esprit        07:16 Uhr
Sale 20% bla bla         Tom Tailor    06:04 Uhr

Kann alles natürlich nur ein Zufall sein. Also habe ich mal etwas in meinem Mailpostfach gewühlt und diese Korrelation immer wieder gefunden. Zwar sind es nicht immer – aber oft! – alle drei an einem Tag, auch variiert die Reihenfolge, aber meistens kommen die Newsletter wirklich nur wenige Stunden voneinander entfernt an. Hat der eine „Sale“, hats der andere auch, nur zwei, drei Stunden später. Aber nicht nur das: Sind bei einer Marke z.B. Karo-Hemden gerade total angesagt, geht es im Newsletter des nächsten um, Überraschung, Karo-Hemden. Kann man auch beliebig mit anderen Styles, Farben usw. fortführen.

Schon interessant, dass diese Unternehmen ihr Marketing so gezielt und fast schon exakt am anderen anlehnen. Mich wundert dabei aber vorallem, wie wenig Zeit da verloren wird. Haben die alle Spione beim anderen sitzen? Plaudern Affiliate- oder Agenturleute vielleicht etwas aus, die über Interna informiert sind? Wer hier mehr Ahnung oder Einblick hat, darf sich gerne mal zu Wort melden, mich würde es interessieren. Es scheint jedenfalls ein ganz wichtiger Teil der Markenstrategien zu sein, sich eng an der „opposite number“ auszurichten.

greg

Blogger bei kleingebloggt
Servus! Mein Name ist Michael Gregor, ich bin E-Commerce Student an der FHWS, Blogger, Webworker und schon IT-Geek seit ich 1994 meinen ersten 386er hatte 🙂

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3 Kommentare zu “Esprit, Tom Tailor, s.Oliver und die Newsletter – alles doch irgendwie gleich?”

  1. Willi 5 Februar 2014 at 12:49 Permalink

    Ganz einfache Sache das. Die haben sich gegenseitig abonniert. Der erste sagt an! Der zweite hat dann ein, zwei Stunden Zeit die Vorlage entsprechen anzupassen und den zweiten Newsletter zu verschicken und der dritte zieht nach. Je nach dem wer schneller ist müsste platz 2 und 3 variieren.

    Nur so eine Vermutung meinerseits wie es zu diesem Phänomen kommen kann.
    Alternative die haben den Newsletter an ein und den selben Dienstleister abgegeben oder so.

    Kannst ja mal gucken wer immer den ersten Newsletter schickt und wer folgt vielleicht liege ich mit meiner Theorie ja richtig 😉

  2. greg 5 Februar 2014 at 12:58 Permalink

    Zugegeben, das ist sogar die naheliegendste Vermutung 😉 Die Reaktionszeiten sind aber schon ganz schön gut, schließlich muss in all der Kürze ein passender „Konter“ zusammengebastelt und evtl. der Shop angepasst werden.

    • Willi 7 Februar 2014 at 20:31 Permalink

      Was wir beide wissen in der heutigen Zeit keine Arbeit darstellt 😉


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