20 Januar 2015 ~ 1 Kommentar

Die Zukunftsmärkte Asiens vhb Kurs: Zusammenfassung des Scripts und Erfahrungsbericht

ansbach-hochschule-route

Alle, die den Kurs „Die Zukunftsmärkte Asiens“ absolvieren möchten, den man über die virtuelle Hochschule Bayern (vhb) belegen kann, sind an dieser Stelle herzlich zu meinem kleinen Erfahrungsbericht und Rückblick eingeladen. Auch eine Zusammenfassung des sehr langen Scripts gibt es am Ende des Artikels zum Download.

Gerade erst am vergangenen Samstag habe ich die Prüfung in Ansbach zu „Die Zukunftsmärkte Asiens“ hinter mich gebracht. Aber spulen wir erst einmal etwas zurück: Hier an der FHWS müssen zwei allgemeine Wahlpflichtfächer (AWPF) während des Studiums abgelegt werden, im ersten Semester hatte ich mich für Spanisch A1a entschieden, was ich im Übrigen auch nicht bereut habe. Ein weiteres fehlte aber noch und ein findiger Kommilitone fand heraus, dass auch diverse Kurse der vhb als AWPF anerkannt werden können. Die virtuelle Hochschule Bayern bietet jede Menge Onlinekurse an, man kann sich dort mit seiner Matrikelnummer recht einfach registrieren und für Kurse einschreiben. Der Vorteil für „schwer beschäftigte“ Studenten liegt auf der Hand: Man spart sich die Präsenzpflicht klassischer Vorlesungen, alle Unterlagen werden online zur Verfügung gestellt und am Ende legt man die Prüfung ab. Im Rahmen unseres E-Commerce Studiums ist jedoch einzig „Die Zukunftsmärkte Asiens“ als Wahlpflichtfach anerkennbar. Wir fanden uns also zu einer kleinen Gruppe von fünf Studenten zusammen und wollten unser Glück versuchen.

Script und Inhalte

Der Kurs besteht aus zehn Kapiteln über den asiatischen Kontinent. Die Themen drehen sich dabei rund um Geographie und Geschichte, wirtschaftliche Entwicklung, politische Probleme, Erdöl, Agrarmärkte, Industrie, Kooperationsformen mit der EU und einiges mehr. Jedes Kapitel besteht aus zwei PDF Dateien, die das jeweilige Thema zum einen aus der europäischen und zum anderen aus der asiatischen Sicht schildern. Beheimatet ist der Kurs an sich offenbar in Deggendorf, da ein Professor von dort die Materialien verfasst hat. Jede Datei hat im Schnitt zwischen 11 und 25 Seiten. Ich habe nicht wirklich genau nachgesehen, doch dürften es insgesamt schätzungsweise zwischen 300 und 400 Seiten Gesamtmaterial sein – also gar nicht mal wenig für „nur“ ein Wahlfach, das ja auch nur mit halben Creditpoints bewertet wird! Da wir zu fünft waren, haben wir uns auf eine einfache Arbeitsteilung geeinigt: Jeder bearbeitet zwei Kapitel intensiver und erstellt daraus eine Zusammenfassung von einer bis drei Seiten mit den wichtigsten Inhalten. Das hat ganz gut geklappt und den Lernaufwand für die Gruppe ein wenig reduziert. Diese Zusammenfassungen kann man am Ende dieses Artikels herunterladen.

Beim Lesen des Scripts fielen dann aber doch recht schnell einige deutliche Kritikpunkte auf. So sind etliche Statistiken und Zahlen enthalten, zu wirtschaftlichen Kennzahlen wie dem BIP, aber auch zur Anzahl von Einwohnern, sowie Prognosen aller Art für die Zukunft. Leider scheint das Material aber seit langem nicht mehr überarbeitet worden zu sein, denn die aktuellsten Angaben bezogen sich nicht selten auf die Jahre 2007 und 2008, die neuesten Zahlen waren nur ganz vereinzelt höchstens aus 2010. Ich habe es nicht mehr genau im Kopf, aber Prognosen der Art „… wird sich in den nächsten Jahren vermutlich verdoppeln …“ lesen sich nicht wirklich vertrauenserweckend, wenn eben gerade der Stand vor etwa zehn Jahren zugrunde gelegt wird. Man fragte sich oft, wie der erwähnte Sachverhalt denn heute wirklich steht und so habe ich hin und wieder Wikipedia oder Tante Google gefragt, um festzustellen dass die Darstellung im Script schon lange überholt ist. Bei der Masse an Material hat man aber nicht wirklich Lust, alle Dinge auch noch nachzurecherchieren.

Neben den etwas in die Jahre gekommenen Daten wurde der Lesefluss zudem von einer durchaus spürbaren Anzahl an Rechschreibfehlern und Inkonsistenzen getrübt. Ich hatte jedenfalls mehrfach bemerkt, dass zum gleichen Sachverhalt über die verschiedenen Kapitel hinweg teilweise verschiedene – manchmal auch falsche – Zahlen verwendet wurden.

In einem Wort ausgedrückt, würde ich das Script als „anstrengend“ bezeichnen. Viele Daten und Zahlen, oft schon stark veraltet, manchmal sogar falsch. Die Angst vor der bevorstehenden Prüfung wurde dadurch nicht gerade kleiner.

Die Prüfung und Prüfungsfragen

Auch ein virtueller Kurs muss ja irgendwie mit einer Prüfung abschließen. Diese jedoch ist bei „Die Zukunftsmärkte Asiens“ nicht auch virtuell, sondern muss an einer von mehreren Hochschulen abgelegt werden. Es bestand die Wahl zwischen Ansbach, Deggendorf und Augsburg. Aufgrund der Nähe zu Würzburg haben wir uns für Ansbach entschieden. Prüfungstermin war letzten Samstag um 8:30 Uhr. Wenn man bedenkt, dass hierzu hauptsächlich auswärtige Studenten von anderen Hochschulen anreisen müssen, kann man die Wahl der Uhrzeit aus unserer Sicht wohl nur als unvorteilhaft beschreiben. Also war Aufstehen kurz nach 5 Uhr angesagt, man will ja auch noch einen Puffer haben und kennt die Örtlichkeiten in Ansbach ja schließlich auch nicht als FHWS Student. Es wurde also ein (zugegeben kleiner) Roadtrip „mitten in der Nacht“. Da wir trotz verpasster Autobahnausfahrt (@max ^^) dann doch recht frühzeitig vor Ort waren, trafen wir als die Ersten in der Hochschule ein und mussten buchstäblich dort zunächst einmal das Licht anschalten 😉

Zur Prüfung selbst: Diese bestand nur aus zwei Fragen zu je 45 Punkten. Die Fragen lauteten wie folgt (von mir jetzt ganz frei wiedergegeben)

  • Beschreiben Sie die grundsätzlichen wirtschaftlichen Probleme des asiatischen Kontinents
  • Nennen Sie die Ziele, Aufbau und Struktur der ASEAN

Da ich die Faustformel „pro Punkt eine Minute“ noch im Kopf habe, fand ich zwei 45 Punkte Fragen dann doch recht happig. Zum ersten Punkt konnte ich zwar allerhand schreiben dank der Kursmaterialien, jedoch waren dort eigentlich mehr die politischen, nicht die wirtschaftlichen, Probleme erläutert. Da die Zusammenhänge aber recht deutlich sind, habe ich sie soweit es ging umgemünzt. Ob ich damit Glück hatte, werde ich hoffentlich bald erfahren. Die ASEAN ist übrigens die Association of Southeast Asian Nations, also der Verband Südostasiatischer Nationen. Dieser wurde im Script zwar desöfteren erwähnt, jedoch meiner Meinung nach bei weitem nicht so ausführlich, dass ich 45 Punkte damit füllen könnte. Auch tat ich mir mit „Struktur und Aufbau“ schwer, ich erinnere mich nicht, dass dies großartig ausgeführt wurde. Witzig, dass aber Wikipedia genau zu diesem Wortlaut ein Kapitel hat. Hätte ich mir vorher mal anschauen sollen.

Fazit

Rückblickend hatte keiner von uns nach der Prüfung ein wirklich gutes Gefühl. Auch schnappten wir von anderen Studenten auf, dass der Notenschnitt bei „Die Zukunftsmärkte Asiens“ üblicherweise alles andere als gut ausfällt. Na, das macht ja Hoffnung! Ich bin also sehr gespannt, ob ich den Kurs überhaupt bestanden habe. Sollte ein Verantwortlicher diesen Blog hier finden, dürften sich meine Chancen dafür kaum verbessern 😛

Den Lernaufwand würde ich als relativ hoch einstufen, vor allem wenn man bedenkt, dass es nur ein Wahlfach mit halben Creditpoints ist. Ich habe für manche „vollwertige“ Prüfungen meines eigentlichen E-Commerce Studiums weniger tun müssen und ein sehr gutes Ergebnis erzielt. Ein solches erwarte ich hier absolut nicht.

Ich bin mir im Klaren darüber, dass man den Aufwand für die Erstellung eines solchen Scripts sicher nicht unterschätzen darf, besonders bei einem derart großen Umfang. Sicherlich wird sich der Herr Professor aus Deggendorf eine Heidenarbeit damit gemacht haben. Trotzdem erlaube ich mir die Wertung – gelinde gesagt – schon bessere Unterlagen gesehen zu haben. Wirklich Spaß hat es nicht gemacht, nicht zuletzt aufgrund der oben schon erwähnten Unzulänglichkeiten. Wenn man schon mit veraltetem Zahlenmaterial arbeitet, so sollte man doch zumindest darauf hinweisen, ob und inwiefern es prüfungsrelevant sein wird.

Abschließend muss ich aber dann doch gestehen, dass ich den Kurs nun auch wieder nicht als reine Zeitverschwendung werten kann. Nicht nur, dass meine zugegebenermaßen zuvor teils dürftigen Geographiekenntnisse des asiatischen Kontinents ein deutliches Plus verzeichnen konnten, auch konnte sich durchaus ein gewisses Gefühl für die wirtschaftliche und politische Lage dort einstellen. Trotz aller Kritik am Script habe ich dann doch so einiges lernen können. Na immerhin! 🙂

Download der Zusammenfassung des Scripts

Die Zusammenfassungen des Scripts von „Die Zukunftsmärkte Asiens“ könnt ihr hier in Max‘ Blog downloaden, der ebenfalls einen Erfahrungsbericht zum Kurs verfasst hat. Wer auch seine Ausführungen zum Kurs lesen möchte: Hier klicken!

Wie bereits erwähnt, waren wir fünf Kommilitonen, jeder hat zwei Kapitel auf die wichtigsten Punkte heruntergebrochen und zusammengefasst. Da die Zusammenfassungen ursprünglich nur für uns selbst gedacht waren, weise ich in diesem Fall auch direkt darauf hin, dass sich zweifelsohne einige (Rechtschreib-)fehler darin finden werden, sie werden ganz ohne Gewähr hier verlinkt, als reine Lernhilfe neben dem ausführlichen Script.

Download
Zusammenfassung: Die Zukunftsmärkte Asiens

greg

Blogger bei kleingebloggt
Servus! Mein Name ist Michael Gregor, ich bin E-Commerce Student an der FHWS, Blogger, Webworker und schon IT-Geek seit ich 1994 meinen ersten 386er hatte 🙂

Letzte Artikel von greg (Alle anzeigen)

Ein Kommentar zu “Die Zukunftsmärkte Asiens vhb Kurs: Zusammenfassung des Scripts und Erfahrungsbericht”

  1. Max 20 Januar 2015 at 10:46 Permalink

    Man kann noch erwähnen, dass man durch eine VHB Prüfung in Ansbach – neben den Asien Themen in unserem Fall – fürs Leben lernt, falls man den örtlichen McDonalds besucht (und den neuen Verkaufsprozess noch nicht kennt)! 😀

    Grüße vom Autobahnabfahrts-Verpasser


Hinterlasse einen Kommentar

Kommentare werden moderiert, es kann also etwas dauern, bis dein Kommenatar angezeigt wird.

RSS abonnieren
Twitter Profil