Gibt es legales Cannabis?

Der Jubel war tatsächlich groß, genauso wie das mediale Interesse, als 2017 Cannabis in Deutschland gesetzlich legalisiert wurde. Natürlich unter gewissen Regeln, aber nichtsdestotrotz ein Gewinn für die Interessensgemeinschaft dahinter.

Cannabis in der Medizin

Die Verwendung von Marihuana in der Medizin ist nicht neu, es hat eine alte Tradition. In der Vergangenheit hat der Gesetzgeber in fast allen Ländern die Verwendung von Marihuana verboten. Dies schließt auch die Verwendung als medizinisches Marihuana ein, welches eigentlich bereits in der Antike verwendet wurde. Marihuana wurde als Arzneimittel zur Behandlung von Verstopfung, Gicht oder Rheuma eingesetzt. Cannabis wurde auch in Ägypten als Medizin verwendet. Diese Information stammt aus einer der ältesten existierenden ägyptischen Schriften. Laut Aufzeichnungen wird medizinisches Cannabis als Heilmittel verwendet. In Europa erwähnt der irische Arzt William Brooke O’Shaugnessy Cannabis in einem Bericht von 1839 in Europa als Droge. O’Shaugnessy arbeitet in Indien und probierte Hanf sowie Relaxantien und Antikonvulsiva aus. Damals wurde empfohlen, medizinisches Cannabis zur Behandlung von Rheuma, Cholera und Tetanus zu verwenden.

Seit der Gesetzesänderung darf nun jeder Arzt, nicht nur die Fachärzte Cannabis verschreiben. Das Rezept können Sie praktisch in den meisten Apotheken einlösen, garantiert aber in den Krankenhausapotheken.

Voraussetzungen für die Cannabis-Verschreibung

Es gibt bestimmte Regeln und Grundsätze, nach denen Ihr Arzt Ihnen medizinisches Marihuana verschreiben darf. Das trifft beispielsweise zur Linderung von Beschwerden bei bestimmten Vorerkrankungen zu. Beispiele hierfür sind:

  • Multiple Sklerose und Rückenmarksverletzungen: Hier liegen oftmals schmerzhafte Muskelkrämpfe vor, die man gut damit lindern kann.
  • Chronische Schmerzen: Hier dient Cannabis als eine alternative zu herkömmlichen Opioiden oder Cortison.
  • Nebenwirkungen von Radio- und Chemo-, sowie HIV-Therapien können durch den Konsum des medizinischen Cannabis gelindert und gemindert werden.
  • Kachexie und Anorexie: Vor allem hilfreich bei Krebs- oder AIDS-Patienten, um den Appetit anzuregen.
  • Glaukom: lindert Symptome und Schmerzen und wird eingesetzt, wenn konservative Methoden nichts bringen.
  • Tourette: Cannabis kann die unwillkürlichen Bewegungen reduzieren.

Wer darf in Deutschland unter welchen Umständen eigentlich Cannabis verkaufen? Wir reden hier von verschreibungspflichtigen Medikamenten und diese dürfen nur bei einer legalen Cannabis-Apotheke erworben werden. Wenn Sie also eine der genannten Krankheiten durchmachen, sprechen Sie Ihren behandelnden Arzt ruhig einmal darauf an und lassen Sie sich beraten.